Der Herr ist mein Hirte … Psalm 23 (Sonntagsschule 3.5.2020)

(Irene Höfle)

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Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe, dass es euch auch weiterhin gut geht zu Hause und ihr gesund seid. Ich habe euch für Euren Hausgottesdienst wieder etwas vorbereitet. Heute geht es um den Psalm 23.

Psalmen sind alte Lieder. Ihr kennt sicherlich ganz viele Lieder. Schon die Kleinsten singen gerne und sicherlich hat jeder von Euch auch ein persönliches Lieblingslied.

Warum schreibt man denn Lieder? Meistens schreibt man Lieder über etwas, was einem ganz wichtig ist. Mit Musik kann man einfach viel besser ausdrücken, was man empfindet. Manche Musik bringt uns zum Tanzen vor Freude. Manche Musik aber ist auch traurig und bringt uns zum Weinen. Musik macht Filme spannend. Und es gibt eine ganze Menge von Liebesliedern. Lieder kann man sich viel leichter merken, als Gedichte. Sicher habt ihr das selbst schon erlebt. Wenn ihr für die Schule ein Gedicht auswendig lernen müsst, ist es schwieriger, als wenn ihr ein Lied auswendig lernen müsst.

Genau deshalb wurden auch die Psalmen geschrieben. Die Schreiber wollten, dass der Inhalt den Leuten in Erinnerung bleibt. Denn sie wollten Wichtiges weitergeben – nämlich ihre Erfahrungen mit Gott. Den Psalm 23 hat übrigens David geschrieben. Ihr könnt Euch doch an ihn erinnern?! Wir haben vor ein paar Wochen viel über David in der Sonntagsschule gehört und er war ja auch die Hauptperson im letzten Kindermusical. David hat viel mit Gott erlebt und viele Psalmen geschrieben. Auch diesen Psalm 23.

Die Musik zu den Psalmen ist uns leider nicht mehr erhalten geblieben. Damals gab es noch keine Tonbänder oder mp3s. Und auch die Noten wurden erst später erfunden. Aber ihr könnt Euch ja überlegen, was für eine Musik zu dem Psalm passen würde, den wir jetzt lesen:

1 Der HERR ist mein Hirte.
Mir fehlt es an nichts.
2 Die Weiden sind saftig grün.
Hier lässt er mich ruhig lagern.
Er leitet mich zu kühlen Wasserstellen.
Dort erfrischt er meine Seele.
3 Er führt mich gerecht durchs Leben.
Dafür steht er mit seinem Namen ein.
4 Und muss ich durch ein finsteres Tal,
fürchte ich keine Gefahr.
Denn du bist an meiner Seite!
Dein Stock und dein Stab
schützen und trösten mich.
5 Du deckst für mich einen Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haar mit duftendem Öl
und füllst mir den Becher bis zum Rand.
6 Nichts als Liebe und Güte begleiten mich
alle Tage meines Lebens.
Mein Platz ist im Haus der HERRN.
Dorthin werde ich zurückkehren –
mein ganzes Leben lang!

Welche Musik könnte zu diesem Text passen? Sprecht doch darüber mit Euren Eltern.

Also ich könnte mir zu diesem Psalm für die ersten Verse (1-3) eine sehr fröhliche Musik im Hintergrund vorstellen. Sprudelnde Wasserquellen. Herumspringende Lämmer in einer Schafherde. Und dann der Hirte, der die Herde leitet – vertont durch eine gleichbleibende, ruhige Musikstelle.

Doch dann wird es bedrohlich. Dann muss die Herde durch ein finsteres Tal. (Vers 4) Die Schäfchen bleiben ganz nahe beim Hirten. Sie haben Angst. Hier höre ich einen Wechsel in der Musik: Es wird spannend. Wie in einem Film bei einer spannenden Stelle. Aber was bleibt ist der Hirte, der weiterhin ruhig die Herde anführt.

Und dann kommt noch ein Wechsel in diesem Psalm (Vers 5): Der Hirte hat mich als Gast eingeladen. Er hat so viel tolle Sachen zum Essen vorbereitet, dass sich der Tisch förmlich unter den Leckereien biegt. Meine Musik müsste das ausdrücken: Das ganze Orchester müsste hier spielen. Alle Instrumente zugleich! Habt ihr schon einmal solch eine gedeckte Tafel erlebt? Vielleicht bei einer Hochzeit oder bei einem anderen großen Fest?! Man steht hier und staunt über die Vielfalt des Guten und probiert dann möglichst viel aus.

Was müsste denn auf Eurem Tisch stehen? Pommes? Pizza? Eis? Schokolade? Überlegt gemeinsam, was für Euch als Familie zu solch einem Festmahl gehören würde.

Das Salben mit Öl steht übrigens auch für solch eine Wohltat. Heute ist es nicht mehr üblich. Aber damals waren duftende Öle sehr wertvoll. Es ist auch schwer, diese zuzubereiten. Damals musste man dafür viele Kräuter sammeln und die dann besonders aufbereiten, damit man später solch ein Öl verwenden konnte. Auch heute könnt ihr ausprobieren, wie gut es tut, wenn man mit duftendem Öl massiert wird. Allerdings bevorzugen wir heute das Einölen auf der Haut – nicht auf den Haaren.

Probiert es doch einmal aus!

Am Schluss des Psalms (Vers 6) wäre meine Musik wieder wie am Anfang. Ruhig und fröhlich. Wie es ist, wenn man nach Hause kommt – dorthin, wo man geborgen ist und sein darf, wie man ist. Dorthin, wo man von Menschen umgeben ist, die einem lieb haben. Dorthin, wo man sein Leben lang ein warmes Wort, ein warmes Bett und ein warmes Essen bekommt.

Übrigens haben viele Leute den Psalm 23 und auch andere Bibelstellen vertont, also Lieder daraus gemacht. Und das aus dem gleichen Grund, warum früher die Texte als Lieder gesungen wurden: Die Leute wollen, dass wir uns die Texte besser merken und die Botschaft nicht nur hören, sondern auch fühlen können. Für viele Menschen ist der 23. Psalm als Trost in schweren Zeiten, z.B. wenn sie krank sind, sehr wichtig. Es gibt verschieden alte Vertonungen.

Eine neuere Vertonung ist sogar eines meiner Lieblingslieder: Seht es Euch doch an:

Der Psalm 23 drückt die Geborgenheit, Sicherheit und die Fülle aus, die wir haben, wenn wir in unserem Leben mit Jesus als unserem Hirten unterwegs sind. Wenn ihr wollt, könnt ihr gemeinsam mit Euren Eltern eine solche Festtafel einmal zubereiten. Bereitet Eure Lieblingsspeisen. Deckt den Tisch wunderschön. Stellt vielleicht Kerzen auf. Und dann macht schöne Musik an. Spielt am Anfang das oben genannte Lied und vergesst nicht, Gott zum Festmahl einzuladen und ihm „danke“ zu sagen für alles!!!