Heimat

(von Anja Kieser)

Nicht nur in den Medien, auch am Esstisch ist Corona Thema. Unsere Älteste erzählt, dass ihre Freundin ihre Fernreise abbrechen musste und über Umwege zurückgekommen ist. Ebenso erging es einem Freund, der jetzt eigentlich als Austauschschüler in Kanada sein sollte. Dann sagt meine Tochter: „Das erinnert mich irgendwie an Weihnachten. Josef musste wegen der Volkszählung zurück in seine Geburtsstadt Bethlehem. Das war auch ganz schön kompliziert.“ Da ist was dran. Auch wenn es nicht unbedingt der Geburtsort ist, aber wir sollten möglichst an den Ort gelangen, an dem wir gemeldet sind. An den Ort, an dem wir wissen, wie es läuft, wo Menschen sind, die uns verstehen, für uns sorgen, auch behördlicherseits. Mich macht das nachdenklich. Ist der Ort, an dem ich bin, der Ort an dem ich auch sein will? Gibt dieser Ort mir Schutz und Halt, was ich jetzt ganz besonders brauche? Und es macht mir deutlich, wie wichtig es mir ist, dass ich bei Gott ein Zuhause habe. Einen Ort, an dem ich mich angenommen und geliebt fühle. Einen Ort, den ich überall hin mitnehmen kann und von dem mich keiner wegbeordert.