Kommt her zu mir alle, die ihr Euch abmüht … Sonntagsschule 17.5.2020

(Irene Höfle)

Sonntasgschule 17.5. als Audio

Ihr Lieben,

Wie geht es Euch denn in dieser sonderbaren Zeit?! Wir alle mussten so viele Wochen zu Hause bleiben. Für manche ist das schön. Sie genießen es, später aufstehen zu können, vielleicht auch mal einen Film zusätzlich gucken zu dürfen und vielleicht sogar, mehr Zeit mit der Familie zu haben. Aber für andere ist es auch schwer. Immer das Gleiche! Man muss sich mehr anstrengen, weil die Lehrer*innen nicht so viel erklären können. Man bekommt Aufgabe um Aufgabe – immer mehr wird einem aufgeladen. Und dann geht einem auch noch die Schwester oder der Bruder auf die Nerven und die Mama erwartet allen Ernstes noch, dass man die Spülmaschine ausräumt.

Für alle, denen es so geht, habe ich heute eine Geschichte mitgebracht. Wie jede Geschichte, fängt sie an mit …. Es war einmal. Es war einmal ein kleiner Esel namens Florian. Hört mal zu, wie es ihm ging:

Florian, der kleine Esel!

„Uff, ist das eine Plackerei!“ Florian stolperte den steilen Weg hinauf. „Immer diese Steine! Jedesmal stolpere ich über diesen SCH….. Stein.“

Warum mußten sie ihm auch so viel aufladen. Seine müden, kurzen Beine wollten nicht mehr. Als er um die nächste Kurve bog, sah er es wieder vor sich – er hatte es schon so oft getroffen, fast als würde es nur auf ihn warten –  das stattliche, starke Zugpferd mit seinem großen Wagen.

„Hey Florian“ rief es ihm zu. „Oh Du armer, kleiner Kerl, was haben sie Dir wieder für einen großen Sack aufgeladen! Komm doch, wir werfen den Sack auf meinem Wagen. Ich helfe Dir beim Ziehen.“

Aber Florian richtete seine Nüstern in die Höhe, nahm alle Kräfte zusammen und stapfte entschlossen an dem großen Wagen vorbei.

„Danke, Susej! Es geht schon. Ich muss die Last ja zur Berghütte hinauftragen. Ich kann nicht Deinen Weg mitgehen. Der Bauer wartet auf mich. Nicht umsonst bin ich der stärkste von meinen Brüdern. Für mich ist das doch eine Kleinigkeit!“ –

Sagte es, wünschte dem anderen noch einen guten Tag und ward hinter der nächsten Biegung verschwunden. So konnte Florian auch nicht die dicken Tränen sehen, die Susej über die Wangen kollerten. Ihm tat der kleine Florian so leid. Er konnte die zu große Last förmlich spüren. Er hätte so gerne geholfen.

Stunden später kam ein total erschöpfter, kleiner Esel tatsächlich an seinem Ziel an. Stolz schrie er nach dem alten Bauern Weltheim, der, ohne ein Wort zu sagen die Last abnahm. Flo war fast zu müde, um noch in den Stall zu laufen. Aber er war stolz auf sich. Er hatte es wieder einmal geschafft! Nun würde er sicher mit seinen Brüdern die schmackhaften, bunten Almwiesen schmecken dürfen und sich im weichen Gras liegend die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Für heute war es zu spät und er streckte alle 4 Beine von sich und fiel auf das harte Stroh im dunklen Stall. Armer Florian. Hätte er gewußt …

Am nächsten Morgen, noch ehe die Vögel ihr Morgenlied beendet hatten, riß ihn des Bauers Stimme aus seinen tiefen Träumen.

„Auf Florian, Du fauler Kerl, auf die Beine! Du mußt heute die Säcke ins Dorf bringen“. Da half alles Zetern nichts. Schon wurde dem armen Esel wieder das Geschirr angelegt und unsanft die Säcke darauf festgebunden. „Heute ist es ein Sack mehr. Und pass bloß auf, dass Du keinen verlierst, sonst kannst Du etwas erleben“. Armer Flo. Seine Knochen taten ihm noch weh vom Aufstieg, aber er trottete schließlich wieder den altbekannten Pfad entlang.

Diesmal konnte er die Tränen nicht zurückhalten. Fast wäre er so – halb blind vom Weinen – gegen den Wagen von Susej gelaufen, hätte dieser ihn nicht mit einem lauten Wiehern gewarnt.

„Oh Flo,“ rief Susej entsetzt aus. „Komm her zu mir. Komm schon. Sei kein Dickkopf. Das kannst Du doch nicht alles alleine tragen. Komm, ich bin stärker als Du. Komm mit mir“.

„Aber der Bauer Weltheim“, schluchzte Flo. Er wird mir das Fell windelweich hauen, hat er gesagt …“.

„Er ist grausam, Flo“, sagte Susej. „Komm mit mir. Ich habe einen viel besseren Herrn. Er lädt uns keine Last auf, die wir nicht tragen könnten“.

Florian war diesmal wirklich am Ende der Kräfte und so warfen sie tatsächlich gemeinsam die schweren Säcke auf den Wagen. Susej ließ ihm ein bißchen ausruhen, aber dann sagte er zu Flo: „Wir müssen los! Komm, zieh mit. Du wirst sehen. Die Last ist nicht zu schwer“. Müde und enttäuscht sah Flo zu Susej hoch.

„Der ist auch nicht besser“, dachte er „warum laßt er mich nicht hier liegen“. „Du bist stark genug, Du kannst die Last auch alleine tragen“, meine er zu Susej.

Doch da schüttelte Susej entschieden den Kopf.

„Nein, das werde ich nicht. Ich brauch Dich mit. Ich möchte mit Dir den Weg gehen. Komm schon. Ich werde Dir helfen. Aber Du mußt mit mir kommen und mußt mir helfen.“

Nun gut, wenn es sein mußte, dachte Flo. Schließlich konnte er hier auch nicht die ganze Zeit liegen bleiben. Der Bauer hätte sicherlich nach ihm Ausschau gehalten. Und dann …. Nein, daran wollte er nicht einmal denken, was dann passiert wäre.

So zogen die beiden los. Und tatsächlich war es viel einfacher, als vorher. Susej legte sich an schwierigen Wegstrecken mächtig ins Zeug. Und Flo war beruhigt. Mit so einem Gefährten würde sicher alles gut. Er dachte gar nicht mehr an den alten Bauern Weltheim. Erst als er so dicht neben Susej herging, entdeckte er entsetzt die vielen Striemen an Susejs mächtigen Körper. Erschrocken blieb er stehen.

„Was ist los“, wollte Susej wissen.

„Wer hat Dir denn diese Striemen verpaßt“, stotterte Florian. „War das Dein Bauer? Du hast doch gesagt, daß er so lieb ist und seine Lasten nicht zu schwer sind!?!?“

Susej wurde ernst und meinte „Nein, mein Bauer war das nicht. Es waren andere, die mir diese Schläge verpaßt haben. Viele kleine Esel, wie Du. Jedesmal, wenn Du so den Weg an mir vorbeigestolpert bist und mein Angebot stolz abgelehnt hast, jedesmal hast Du mir einen Schlag versetzt und ich habe Deine ganze Last zu spüren bekommen. Es hat mich sehr viel gekostet, den Weg zu Dir und den anderen zu gehen. Es war aber notwendig, sonst könnte ich Dich heute nicht mit nach Hause nehmen“

Das konnte Florian nicht verstehen. Noch nicht. Er war es gerade zufrieden, so neben seinem großen Freund hergehen zu können. Seine Beine taten ihm zwar weh, aber so gut er konnte, legte auch er sich ins Zeug.

Zum Nachdenken:

Fällt Euch etwas auf an der Geschichte? Wer könnte denn mit Susei gemeint sein? Habt ihr es erraten? Wenn nicht, dann dreht doch mal die Buchstaben im Namen um: SUSEJ. Ahhhh. Jetzt habt ihr es erkannt: SUSEJ heißt verkehrherum JESUS. Aber was hat denn Jesus mit einem Lasttier zu tun, werdet ihr Euch jetzt fragen. Jesus hat einmal folgendes zu den Menschen gesagt:

Jesus sagte: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

Mt. 11, 28-30 (Hoffnung für alle und Luther)

Versteht ihr jetzt die Geschichte: Jesus hat uns wirklich angeboten, dass wir zu ihm kommen können, wenn uns unsere Last zu schwer ist. Er wird und Frieden geben. Und Jesus hält auch, was er verspricht! Wer zu ihm kommt mit seinen Problemen, Ängsten, ja auch mit seinem Versagen und seinem schlechten Gewissen, dem schenkt Jesus Frieden. Das kann er, weil er Frieden mit Gott geschlossen hat, indem er unsere Lasten getragen hat.

Jesus bietet uns aber noch mehr an. Er sagt: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir …“ Wisst ihr, was ein Joch ist? Das ist das Geschirr, das den Kutschpferden umgehängt wird, damit sie einen Wagen ziehen können. Also sagt Jesus damit, dass er MIT uns den Wagen ziehen wird. Wir können eine Menge von ihm lernen, denn er ist sanftmütig, das heißt sehr liebevoll und einfühlsam und demütig. Und dann können wir auch schwere Lasten ziehen und tragen, und werden trotzdem Ruhe und Frieden und Kraft dazu bekommen.

Ist das nicht eine tolle Verheißung bzw. ein tolles Versprechen?! Jesus verspricht uns nicht, dass er uns alle Lasten abnimmt, aber er verspricht uns, dass er uns die Lasten tragen hilft, wenn wir mit ihm unterwegs sind und dass wir zufrieden sein werden.

Doch wie oft sind wir „dumme Esel“, die dieses Angebot nicht annehmen!

Doch wie nimmt man denn das Angebot an? Wie kann einem Jesus denn in den Alltagsaufgaben helfen? Sprecht mit ihm! Sagt ihm, was euch belastet. Und hört dann auf Euer Herz. Es ist ganz egal, ob es eine kleine, oder eine große Last ist.

Ich wünsche Euch und uns viel Freude dabei, mit Jesus einen Schritt vor den anderen zu setzen. Eine gute Woche!