Psalm 91 – ein Lied gegen die Angst (Sonntagsschule 9.5.2020)

(Jörg Höfle)

Hallo ihr Lieben,  
ich hoffe, es geht euch gut und ihr hattet eine gute Woche (trotz Home-Schooling und viiiiiiiel Zeit zuhause…).

Letzten Sonntag ging es ja um die Psalmen. Ihr erinnert euch, Psalmen sind Lieder, die in der Bibel stehen und die irgendjemand vor langer Zeit geschrieben hat. Früher wurden diese Psalmen gesungen (und manche werden es heute immer noch).

Heute geht es um den Psalm 91. Vielleicht habt ihr ja eine Kinderbibel, dann könnt ihr ihn gemeinsam lesen.

Habt ihr manchmal auch Angst vor irgendetwas? Vielleicht beim Einschlafen? Da kommen manchmal ja ganz komische Gedanken hoch und die können unter Umständen richtig bedrohlich sein.

Viele Menschen haben im Moment Angst vor Corona. Angst davor, krank zu werden, oder davor, die Arbeit zu verlieren, weil ja viele Firmen, Geschäfte und Restaurants geschlossen werden mussten und kein Geld verdient werden konnte.  

Ich kann euch verraten, auch Erwachsene haben Angst. Und wenn man die Nachrichten in der Welt anschaut, kann einem ja auch angst und bange werden.

Derjenige, der den Psalm 91 geschrieben hat, hat auch viel Bedrohliches erlebt. Der hatte bestimmt auch immer wieder Angst. Aber ist euch aufgefallen, wie er seine Angst besiegt? Er singt gegen die Angst! Das klingt komisch, nicht wahr? Aber es funktioniert!

Wer den Psalm geschrieben hat, wissen wir nicht, aber eines ist sicher: derjenige hat sich in der Nähe Gottes richtig beschützt und in Sicherheit gefühlt. In seinem Lied kommen ganz viele Bilder vor. Wollt ihr sie mal sammeln?

Einige Bilde sind beispielsweise (je nach Bibelübersetzung können die Begriffe ein bisschen anders sein)

  • Schirm: Hast du schon mal erlebt, dass du unterwegs warst und dann kam plötzlich ein Platzregen, so als ob einer einen Wassereimer ausschüttet? Und natürlich hat man gerade dann keinen Schirm dabei. Das ist ganz schön eklig. Aber mit einem großen Schirm durch den Regen zu gehen, kann richtig Spaß machen.
  • Schatten: Stell dir vor, du gehst an einem richtig heißen Tag in den Bergen wandern. Ganz oben in den Bergen gibt es keinen Schatten mehr (oben wachsen nämlich keine Bäume). Du bist erschöpft und schwitzt. Überall nur Sonne und plötzlich siehst du einen großen Fels, der Schatten bietet. So ist Gott
  • Burg: Hast du schon einmal eine alte Ritterburg besichtigt? Eine mit ganz dicken Mauern? Und mit einem Burggraben und einer Hängebrücke? Da fühlt man sich sicher, da kommt so schnell keiner rein, der was Böses von mir will.
  • Flügel: wenn eine Vogelmama ihre Vogelbabys schützt, bietet sie ihre Flügel über ihnen aus.
  • Schild: Früher hatten die Soldaten ein Schild aus Metall, um die Pfeile abzuwehren, die auf sie geschossen wurden. Wenn sie das Schild in einer Schlacht vor sich gehalten haben, hat es nur „Plong“ gemacht und der Pfeil ist abgeprallt. Ohne Schild wäre so ein Angriff vermutlich ziemlich blöd ausgegangen.

Welche Bilder würdest du verwenden, um auszudrücken, dass du dich sicher und geborgen fühlst? Vielleicht feiert ihr ja zusammen Familiengottesdienst, dann könnt ihr euch darüber austauschen. Ihr findet bestimmt auch kreative Bilder.

Es ist toll zu wissen, dass Gott größer ist als wir (in Vers 1 heißt es „der Höchste“). Er kann uns beschützen und viele Menschen haben das schon so erlebt. In Gottes Nähe geborgen zu sein, ist ein großartiges Gefühl und gibt ganz viel Sicherheit.

Der Dichter des Psalm 91 war so begeistert von Gott, er hat sich so total sicher gefühlt, dass man fast meinen könnte, ihm könne überhaupt nichts mehr passieren. Das wäre doch super, unverwundbar zu sein, oder? Einen Schirm zu haben, der so stabil ist, dass er nicht nur Regen aushält, sondern auch Felsbrocken, die vom Himmel regnen. Das wäre ein Ding. Das gibt es so leider nicht (habt ihr euch wahrscheinlich eh schon gedacht..).

Aber egal was passiert, Gott ist immer bei uns. Und wenn auch mal etwas schief geht – Gott ist trotzdem da und breitet seine Flügel liebevoll über uns.

Ich habe vorher gesagt, gegen die Angst zu singen ist eine gute Möglichkeit, um die Angst zu besiegen. Lieder davon zu singen, wie groß Gott ist, hilft wirklich, nicht mehr an das zu denken, was mir Angst macht, sondern auf den zu schauen, der größer ist, als alles, was mich bedrohen kann: Gott.
Der heutige Sonntag hat den Namen „Cantate“. Das ist lateinisch und heißt „sing“. Es gibt viele wunderbare Lieder, die davon erzählen, dass wir einen großen Gott haben. Fällt euch eines ein? Dann singt es gemeinsam!

Und singt es vor allem auch dann, wenn ihr Angst habt.

Denkt immer daran: Gott ist immer größer!