Sonntagsschule 19.4.2020: Begegnungen mit Jesus

Liebe Kinder,

Wie geht es Euch denn nun nach diesen komischen Osterferien, wo man fast nichts unternehmen konnte? Ich hoffe, dass ihr trotzdem etwas draußen ward und das Aufbrechen der Natur im Frühling beobachten konntet. Im Frühling bricht viel Neues auf. Das ist ein wunderbares Bild für Ostern.

Nach der Auferstehung von Jesus brach auch etwas völlig Neues auf. So wie es Magus Siloh (siehe Ostergeschichte der letzten Woche) ging, so ging es sicherlich vielen Leuten zur damaligen Zeit. Selbst wer vorher daran glaubte, dass Jesus der erwartete Erlöser war, dessen Glaube zerbrach spätestens als Jesus am Kreuz starb. Viele Leute erkannten nicht, wer Jesus wirklich gewesen war. Auch die Jünger flohen in alle Himmelsrichtungen. Nur ein paar hatten den Mut, Jesus auf seinen letzten Weg zu begleiten. Johannes war einer davon. Auch Maria, Jesu Mutter ließ Jesus nicht alleine. Jesus wies noch Johannes an, für seine Mutter zu sorgen, ehe er starb. Und dann? Sie legten ihn in ein Grab. Die obersten Juden baten die Römer, eine Wache davor zu stellen. Warum das denn? Sie erinnerten sich daran, dass Jesus gesagt hatte, dass er am dritten Tage auferstehen würde. Direkt hatte er das zwar nicht gesagt, aber die Priester hatten seine indirekten Aussagen schon richtig verstanden. Und sie wussten um die Prophezeiungen in den Schriften. Sie wollten sicher sein, dass die Jünger Jesu den Leichnam nicht stehlen würden.

Aber dachten die Jünger überhaupt an so etwas? Nein – gewiss nicht! Die hatten fürchterliche Angst, dass die Hohepriester auch sie anklagen würden. Komisch. Erinnerten sie sich nicht an die Ankündigung Jesu, dass er auferstehen würde? Hatten sie ihn nicht richtig verstanden? Anscheinend nicht. In der Bibel steht nicht, dass sie nun hoffnungsvoll auf den dritten Tag warteten, sondern dass sich 2 Frauen auf den Weg machten, um den Toten einzusalben. Das war damals üblich als Liebestat am Verstorbenen.

Ihr kennt sicher alle die Erzählung, wie es weiter ging. Maria und Maria Magdalena fanden den Stein weggewälzt, Jesus erschien ihnen und gab ihnen den Auftrag, den Jüngern Bescheid zu geben. Johannes und Petrus rannten daraufhin zum Grab und sahen selbst, dass es leer ist. Erst dann glaubten sie, dass Jesus wirklich auferstanden war. Aber auch dann liefen sie nicht los, um allen Menschen davon zu berichten. Selbst dann waren sie ängstlich und versteckten sich.

Zwei Jünger gingen noch am selben Tag – also am Ostersonntag – nach Emmaus. Lest selbst, was sie erlebt haben:

Lk. 24, 13-27.

Habt ihr den Bibeltext gelesen?

Was dachten die beiden, wer Jesus gewesen war? [Ein großer Prophet V19]

Was hatten sie gehofft, wer Jesus sein hätte können? [dass er der ist, der Israel erlösen soll – also der Messias V 21]

Wie reagiert Jesus? [V25-27]

Ich wäre gerne dabei gewesen, als Jesus den beiden die Heiligen Schriften erklärte. Wie schade, dass sie diese Erklärungen nicht weitererzählt haben.

Die Heiligen Schriften, das waren die Schriften des Alten Testamentes. Die Juden kannten diese Schriften gut. Sie waren ihnen heilig und wurden mit viel Respekt und Ehrfurcht behandelt und im Tempel gelesen. Doch konnte man daraus wirklich so leicht erkennen, dass Jesus der Messias war? Ich glaube nicht, dass alle Menschen das erkennen konnten, denn die Hinweise stehen oft versteckt in anderen Zusammenhängen und sind über einige Schriften verteilt. Doch die Schriftgelehrten hätten es wissen können. Auch heute können gute Bibelkenner dies noch nachforschen. Schlaue Theologen haben einmal alle Stellen aus dem Alten Testament zusammengestellt, die in Jesus erfüllt wurden. Sie kamen auf über 300 Stellen.

Doch zurück zu den Emmausjüngern: Die beiden waren überzeugt davon, Jesus begegnet zu sein. Aber sie erkannten Jesus nicht an der Auslegung der Schrift, sondern daran, wie er das Brot mit ihnen brach. Doch lest weiter im Lukasevangelium:

Lk 24,28-35

Wahrscheinlich hat Jesus oft das Brot gebrochen und mit seinen Jüngern geteilt. Ich kann mir vorstellen, dass er dabei immer gebetet und gedankt hat. Jedenfalls muss es ein festes Ritual gewesen sein – vielleicht ähnlich unserer Tischgebete – denn die beiden Jünger haben Jesus daran erkannt. Nach der Begegnung rasten sie zurück nach Jerusalem. Und das, wo sie doch eigentlich etwas vor gehabt hatten und von Jerusalem weggezogen waren. Sie gingen schnurstracks zu den Jüngern und erzählten ihnen von ihrer Begegnung mit Jesus.

Die beiden Emmausjünger sind nicht die einzigen, denen Jesus begegnet ist. Wir lesen nächste Woche weiter, wie er auch den anderen Jüngern begegnet. Im Neuen Testament sind folgende Berichte über Begegnungen von Menschen mit dem Auferstandenen bis Christi Himmelfahrt (ihr müsst sie nicht alle lesen – es dient nur als Übersicht!):

– Maria von Magdala (Joh 29,14, Mk 16,9)

– den vom Grab kommenden Frauen (Mt. 28,9-10)

– Petrus (Lk 24,34, 1. Kor 15,5)

– den Emmausjüngern (Lk. 24,13-35)

– den Aposteln außer Thomas (Lk 24,36-43, Joh 20,19-24)

– den Aposteln, Thomas anwesend (Joh 20,26-29)

– den 7 Jüngern am See Tiberias (Joh 21,1-23)

– einer Menge von über 500 Gläubigen (1. Kor 15,6)

– Jakobus (1.Kor 15,7)

– den Elfen (Mt 28,16-20, Mk 16,14-20, Lk 24,33-53, Apg 1,3-11)

– bei der Himmelfahrt (Apg 1,3-11)

Doch auch danach zeugt das Neue Testament von Erscheinungen Jesu:

– Paulus bei seinem Bekehrungserlebnis (Apg 1,3-11)

– Stephanus (Apg 7,55)

– Paulus im Tempel (Apg 22,17-21; 23,11)

– Johannes auf Patmos (Offb. 1,10-19)

Und wie ist es danach? Ist Jesus niemanden mehr direkt erschienen? Ich meine hier nicht die Erfahrungen mit Jesus durch Erkenntnis der Schrift, oder Bilder vom Heiligen Geist, denn solche Glaubenserfahrungen gibt es öfters. Ich meine die Begegnung mit Jesus in Menschengestalt.

Doch! Selbst heute noch begegnet Jesus Menschen direkt! Es gibt Berichte von Menschen, denen Jesus erschienen ist – meistens nachts in Träumen. Viele davon waren Moslime. 

Erst vor kurzem habe ich ein Buch von einer Moslemin aus Pakistan gelesen (E. AHMAD, C BORLASE: Die Glaubenskriegerin: Ich kämpfte um Allahs Aufmerksamkeit und fand Gottes liebevollen Blick, SCM Hänssler-Verlag, 2020) , die sehr extremistisch erzogen wurde und so eine radikale Nachfolgerin Mohammeds war, dass sie sich freiwillig für ein Selbstmordattentat gemeldet hatte, um möglichst viele „Ungläubige“ (sie meinte damit Christen und Juden) zu töten. Ein paar Tage bevor sie sich dafür ausbilden lassen wollte, erschien ihr Jesus im Traum. Er nannte ihr nicht einmal ihren Namen, aber er sagte zu ihr „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Nach diesem Traum war ihr gesamter Glaube an den Koran erschüttert und als sie dann „zufällig“ ein paar Tage später einem Christen begegnete, der ihren Glauben an den Koran herausforderte und sie in der Bibel lesen ließ, wusste sie, dass es Jesus gewesen ist, der ihr erschienen war. Sie war ehrlich auf der Suche nach Wahrheit und fand sie in Jesus. Es ist eine sehr spannende Glaubensgeschichte.

Sicher sind es nicht viele Leute, denen sich Jesus direkt offenbart. Aber die gute Nachricht ist, dass wir auch ohne diese Erfahrung zu machen wissen dürfen, dass Jesus lebt und uns von unserer Schuld befreit hat. Wir werden alle eines Tages vor ihm stehen. Davor müssen wir keine Angst haben, weil wir wissen, dass Jesus uns liebt und wir bei ihm geborgen sind.